• 11.10.2017

Fashion durch Mädchenpower, Freiheit statt Kinderhandel.

Ideenfutter für faire Mode von azadi.

Das Projekt azadi – Mode für Freiheit landete bei unserem diesjährigen Ideenfutter-Wettbewerb auf dem fünften Platz. Und gewann neben dem Preisgeld auch den Druck ihres neuen Katalogs zur aktuellen Kollektion. Der Frage, warum diese ganz besonders ist und bei unserer Ideenfutter-Jury so gut ankam, bin ich auf den Grund gegangen.

Seit mittlerweile April 2016 gibt es Mode von azadi. Dass auch die neue Kollektion Stil hat, das lässt sich nicht bestreiten. Außergewöhnliche Farben und Muster springen mir ins Auge, als ich die Seiten des Katalogs durchblättere. Doch nicht nur das Design ist das Besondere an der Kleidung, sondern auch vor allem die Geschichte und die Menschen dahinter. Da ist zum einen das Team um die FARCAP gGmbH in Fürth, ein Gemeinwohlunternehmen, das ausschließlich Waren einkauft und vertreibt, die nachweislich fair und ökologisch hergestellt wurden. In Kooperation mit den Modeschulen Nürnberg werden Kollektionen entworfen, die anschließend durch die NGO STOP in Indien hergestellt werden. STOP mit Sitz in Neu Delhi befreit vor Ort Mädchen und junge Frauen aus der Zwangsprostitution und dem Menschenhandel, gibt ihnen in einem Schutzhaus ein neues Zuhause und hilft bei ihrer Rehabilitierung und Resozialisierung. Nachdem sie in Schneiderei und Modedesign ausgebildet wurden, fertigen die Frauen die Kollektionen für azadi an. So konnten durch die Initiative bisher 8 junge Frauen beschäftigt werden, die zuvor arbeitslos gewesen sind. Was für sie einen wichtigen Schritt in Richtung eines selbstbestimmten Lebens bedeutet. Und für uns einzigartige Mode.

Damit die aktuelle Kollektion aber auch vermarktet und an die Frau gebracht werden kann, wird ein Katalog benötigt, der inklusive Fotografie, Layout und Druck rund 2.000€ kostet. Die Jury liebte das Konzept und lobte es mit 1.500€ plus den Druck des Katalogs. Diesen druckten wir an unserem Standort in Meldorf.

Einige Tage vor der Fairhandelsmesse in Augsburg erreichten die frisch gedruckten Exemplare das azadi-Team. Im kreativen Ambiente des Kongresses am Park in Augsburg werden die neuesten Trends fair gehandelter Produkte präsentiert. „Wir hatten zahlreiche gute Gespräche auf der Messe“, berichtet Dr. Regina Vogt-Heeren, Geschäftsführerin von FARCAP. „Und die Kollektion fand großen Anklang!“

Nur wenige Wochen später trat das Team auf der Innatex auf, der internationalen Textilwarenmesse für nachhaltige Textilien in Wallau. Unter der Schirmherrschaft des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft rücken neben den ökologischen Faktoren auch soziale Aspekte in den Fokus der Betrachtung. Bis heute sind regelmäßig mehr als 200 Aussteller aus rund 20 Ländern mit dabei, um ihre nachhaltigen Kollektionen dem wachsenden Interesse des Handels zu präsentieren. Auch diese Messe war ein voller Erfolg.  

Bis Anfang September wird noch auf die letzten Aufträge gewartet, bis dann in Indien die entsprechenden Stoffe bestellt werden und die Nähwerkstatt in Delhi mit ihrer Arbeit beginnen kann. Und auch die Arbeit an der Kollektion für 2019 befindet sich bereits mitten in der Planungsphase mit den Modeschulen Nürnberg. „So weit im Voraus will ein Modelabel geplant sein“, sagt Dr. Regina Vogt-Heeren und lacht.  

Fotos: FARCAP gGmbH